SolvV - Marktpreisrisiko
Wenngleich die Methoden der Eigenkapital-/Eigenmittelunterlegung von Marktpreisrisiken in der Vergangenheit vergleichsweise stabil waren, ist dieses Thema weiterhin aktueller denn je. Angefangen von der strategischen Fragestellung, ob sich ein Institut als Handelsbuchinstitut einstufen sollte, verbergen sich in den entsprechenden Regelungen eine Vielzahl von Wahl- und vor allem Optimierungsmöglichkeiten. Der Übergang vom Nichthandelsbuch- zum Handelsbuchinstitutsstatus sollte im Rahmen eines mehrstufigen Prozesses mit entsprechenden Stufen bis hin zur Integration in die Gesamtbanksteuerungsaktivitäten auf Basis einer soliden Aufwand-/Nutzenabwägung erfolgen.
Selbst als Handelsbuchinstitut ist es gerade in Zeiten der Knappheit des ökonomischen und aufsichtsrechtlichen Kapitals eine Pflicht, für dessen bestmögliche Nutzung zu sorgen. Es kann jedoch immer wieder festgestellt werden, dass bereits bei der Umsetzung der Standardmethoden ungenaue Implementierungen vorkommen bzw. zulässige Wahlmöglichkeiten und Auslegungsspielräume nicht konsequent von Kreditinstituten genutzt werden. Die Ansatzpunkte können vielfältiger Natur sein, angefangen von einer Überprüfung der Handelsbuchdefinition über Wahlmöglichkeiten der SolvV bis hin zur Erörterung und Abstimmung von Auslegungsfragen unter Berücksichtigung der individuellen Geschäftstätigkeit des Kreditinstitutes. Eine Überprüfung der Unterlegungsbeträge von ausgewählten, maßgeblichen Produkten oder auch des kompletten Produktuniversums sollte zudem die adäquate Darstellung im Meldewesenprozess garantieren.
Ebenso ein bekannter Problemkreis, insbesondere bei Instituten mit großen Handelsabteilungen, sind die so genannten internen Geschäfte. Es ist sicherzustellen, dass diese Art von internen Geschäften in jedem Fall in die interne Risiko- und Performancemessung einbezogen werden, jedoch zu keinen Änderungen im Ergebnis der externen Rechnungslegung führen. Insbesondere die Geschäfte, die zwischen Handels- und Anlagebucheinheiten abgeschlossen werden, können einen erheblichen Einfluss auf die Marktrisikoposition des Instituts haben, wobei Erfahrungen gezeigt haben, dass ungenügende Abbildung in einer Vielzahl von Front- und Backoffice-Systemen und die Komplexität der Produkte zu erheblichen Problemen führen können. Gerade bei Refinanzierungsgeschäften im Fremdwährungsbereich kommt es hier häufig zu nicht genutzten Potenzialen, da in diesen Prozess nicht nur das Handelsgeschäft, sondern ein bank- und ggf. konzernweites Mitwirken von vielen Bereichen gefordert ist. Ähnlich verhält es sich bei der Besicherung von Transaktionen beispielsweise bei OTC-Derivaten.
Als konsequente Fortentwicklung der MaRisk kann zudem die Errechnung des Eigenmittelunterlegungsbetrages über ein "internes Modell" sinnvoll erscheinen. Die Umsetzung verspricht neben einer Optimierung der Eigenmittelunterlegung vor allem auch den Gleichlauf der internen Risikosteuerung mit dem externen Meldewesen und kann so zu einer effizienteren Steuerung des ökonomischen und aufsichtlichen Eigenkapitals herangezogen werden.
Aus unseren Erfahrungen bei erfolgreichen Abarbeitungen obiger Fragestellungen wissen wir, welche Teilbereiche zu bearbeiten sind und welcher Aufwand für die Koordination eines solchen Projektes erforderlich ist. Unsere Unterstützung kann neben einem fachlichen Projektmanagement insbesondere bei quantitativen Fragen, bei der Abarbeitung von Teilthemen wie z.B. Auswahl von Marktdaten und Risikofaktoren, Backtestingprozess, Modellüberprüfungsprozess, Abstimmprozesse zur Datenqualität, aber auch bei Vorbereitung der Prüfung durch die Bankenaufsicht erfolgen.